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Ankunft bei uns in Hückelhoven im Dezember

 

Volkswagen hat vom T2 nur sehr wenige Sondermodelle herausgebracht. Das wohl seltenste Sondermodell war der Wild Westerner. Ein Bus, der nur im April und Mai 1973, in einer Stückzahl von lediglich 450 Fahrzeugen produziert wurde. Auch wenn diese Fahrzeuge alle in Hannover hergestellt wurden, waren sie ausschließlich für den nordamerikanischen Markt bestimmt. Markantestes Merkmal der Wild Westerner war die Lackierung in apfelgrün / ravennagrün mit blauem Zierstreifen, bei VW unter der Mehrausstattungsnummer 734 gelistet. Hintergrund war die Weltausstellung 1974 in Spokane im US-Bundesstaat Washington, dessen Logo die gleichen Farben trug. In den USA gibt es eine Fangemeinde rund um dieses Sondermodell, den Wild Westerner Club. Unter anderem beschäftigt man sich hier seit vielen Jahren damit, den Verbleib der Fahrzeuge zu recherchieren. Ein Großteil der 450 Wild Westerner wird heute leider nicht mehr existieren, weltweit sind derzeit noch 64 Fahrzeuge bekannt, 4 davon sind in Deutschland.

 

Wer unserer Seite schon etwas länger beobachtet, wird unseren Faible für den Wild Westerner kennen. Vor einigen Jahren haben wir einen Wild Westerner in Alaska gekauft, der im Anschluss durch uns restauriert wurde. Der zweite Wild Westerner stand mehr als zwanzig Jahre, rostfrei aber komplett zerlegt, auf einem Feld in New Mexico. Mittlerweile haben wir ihn wieder aufgebaut, aufbereitet, und er steht im Erstlack bei uns in Hückelhoven.

 

Und jetzt ist Wild Westerner Nummer 5 auf dem Weg nach Deutschland. Vor einigen Wochen bekamen wir den Tipp zu diesem Bulli. Er stand in einer Werkstatt am Rande des Big Sur State Parks in Kalifornien. Der Bulli stammt aus zweitem Besitz, die Historie ist vollständig bekannt. Erstbesitzer bis 1986 war eine Familie in San Bernardino. Zweitbesitzer für über 30 Jahre war Russel Blair (Rusty), ein Profi-Basketballer in den ´70er und ´80er Jahren. Er nutzte den Bulli erst in Kalifornien, dann an seinem Wohnort in Oregon, überwiegend für Angeltouren. Hierzu wurde eine Campingausstattung eingebaut und um sein vier Meter langes Boot zu transportieren, war auf dem Wild Westerner ein Selbstbau-Dachgepäckträger montiert. Vor einigen Jahren zog Rusty zurück nach Kalifornien und der Bus wurde nicht mehr oft genutzt. In den letzten drei Jahren fuhr ihn ein Freund und Nachbarsjunge, letztendlich wurde aber nun die Werkstatt mit dem Verkauf beauftragt… und wir konnten ihn kaufen.

 

Der Bulli befindet sich bis heute in sehr gut erhaltenem und ungeschweißtem Erstlackzustand. Nach seiner Ankunft in Deutschland wird der Lack poliert und versiegelt. Die Campingausstattung wird demontiert und der Bus mit der passenden mittleren Sitzbank auch im Innenraum wieder in den Originalzustand versetzt. Die Technik mit dem 1,7Liter Typ4 Motor macht einen problemlosen Eindruck. Der Bus fährt sehr gut. Die Technik wird von uns ebenfalls durchgesehen und der Wild Westerner kann mit TÜV und H-Kennzeichen übernommen werden. Ein Preis für das fertige Fahrzeug folgt nach Fertigstellung im Frühjahr 2021.

 

Für Interessenten, die den Bulli in jetzigem Zustand (natürlich inkl. aller Nebenkosten für Verschiffung, Zoll und Steuern etc., abholbereit bei uns in Hückelhoven) übernehmen möchten, wird er für untenstehenden Preis angeboten. Ankunft in Deutschland im Dezember.

 

Preis: 26.900 Euro

Zusatzinformationen für die IG T2

 

Hallo liebe Vorstandsmitglieder. Auf Anfrage von Roland, für Euch hier noch ein paar nähere Informationen (und weitere Bilder) zum Zustand des Wild Westerners.

 

Karosserie:

Der Bulli wurde von einem guten Bekannten vor Ort, auf der Hebebühne besichtigt. Es gibt am Einstieg links wie rechts jeweils eine kleine Durchrostung (ungefähr in der Größe eines Cent-Stücks). Ansonsten ist die Karosserie in sehr gutem Zustand mit etwas Flugrost hier und da. Und sie ist auch noch nie geschweißt worden. Selbst das Batterieblech sieht gut aus. Die Außenseite kann man gut auf den Bildern erkennen, der Bulli ist noch im Erstlack. Ob wirklich nirgendwo mal etwas nachlackiert wurde, kann ich vor Eintreffen aber noch nicht sagen. Auf dem großen Foto mit dem hinteren linken Seitenteil sieht dieses für mich etwas matter aus. Auch wenn die originalen Schweißpunkte unten noch vorhanden sind, könnte am Seitenteil evtl. mal etwas nachlackiert worden sein. Aber das ist nur eine Vermutung. Beim Rest würde ich (und auch der Bekannte vor Ort) auf Originallack tippen. Im Dachbereich, der Regenrinne, sowie am vorderen Scheibenrahmen gibt es etwas Flugrost (allerdings nicht so, wie man es häufiger sieht, wenn der Lack komplett von der Sonne verbrannt ist). Der Flugrost ist nach einer Aufbereitung und Lackpolitur erfahrungsgemäß deutlich geringer, manchmal kaum noch zu sehen.

 

Innenausstattung:

Die Innenausstattung hat noch die originale Rückbank, den originalen Himmel, Tür und Seitenverkleidungen etc.. „Rusty“ hatte den Bus für seine Angeltouren mit der Camping-Ausstattung umgebaut, deshalb ist er für das Museum in diesem Zustand (evtl. mit einem Dachträger und alten Aluminium-Boot auf dem Dach, so wie der Bus immer genutzt wurde) wahrscheinlich am schönsten. Auf Wunsch hätte ich aber auch noch eine originale mittlere 3er-Sitzbank in gutem Zustand und im gleichen Material. Im Bus liegen bei Eintreffen angeblich einige Unterlagen zur Historie. Ich werde natürlich für Euch versuchen, ein Foto vom Bus „im Angel-Einsatz“ zu bekommen.

 

Technik:

Die Technik macht einen guten Eindruck, der Motor läuft, der Bulli fährt. Es ist ein originaler CB Motor verbaut, so wie er in den Wild Westerner gehört. Auch die originalen Solex-Vergaser, sowie die „Luftpumpe“ sind noch an ihrem Platz. Es ist von daher wahrscheinlich, dass es sich noch um den originalen Motor handelt. Allerdings kann ich matching numbers nicht mit Gewissheit bestätigen. Roland sagte mir, der Bus bräuchte keinen TÜV. Dennoch die Info, falls es irgendwann doch mal sein soll. Für eine Zulassung bzw. Abnahme zu TÜV- und H-Kennzeichen bräuchte der Rest der Technik die Standart-Durchsicht bzw. Verschleißreparaturen. Das Fahrwerk sollte durchgeschaut werden (Traggelenke, Spurstangenköpfe, Achsmanschetten etc. ok) die Bremse auf Verschleiß und Veralterung etc. überprüft werden, die Elektrik auf Funktion überprüft werden. Dann machen wir im Zuge der TÜV Arbeiten standartmäßig eine Inspektion mit einstellen von Zündung und Vergasern, sowie Wechsel der Flüssigkeiten.

 

Preis:

Was den Preis angeht, handhabe ich es normalerweise folgendermaßen. Ich finde es transparenter wenn man als Händler einfach den Preis an das Inserat schreibt, den man auch haben muss. Fairer für alle Beteiligten als 2.000 Euro mehr ran zu schreiben um dann auf Nachfrage 2.000 Euro runter zu gehen. Deshalb kalkuliere ich im Vorfeld, was ich für einen Bus haben muss und veröffentliche diesen Preis ohne Verhandlungsbasis. In Eurem Fall sieht das natürlich etwas anders aus. Hier würde ich auf die Geschichte bzw. Werbung mehr Wert legen. Ich fände einen Hinweis darauf, dass die Klassiker-Garage-West den Bulli in Kalifornien „gefunden“ bzw. nach Deutschland geholt hat, deshalb viel reizvoller. Wobei das natürlich keine Verkaufsbedingung sein soll. Zusätzlich fände ich es auch schön für den Vorbesitzer (dem ich natürlich eine Info über die Zukunft des Bullis versprochen habe), ihm die Museums Geschichte präsentieren zu können. Deshalb würde ich Euch den Bulli für 25.000 Euro überlassen. In den 25.000 Euro inkl. würde ich auf Wunsch die Stellen an den Einstiegen schweißen, ihn aufbereiten und den Lack polieren lassen. Und ich würde es mir natürlich nicht nehmen lassen, den Bulli im Museum anzuliefern ;-). Dennoch möchte ich Euch bitten in jedem Fall Stillschweigen über diesen Preis zu halten. Ich möchte nicht, dass in Zukunft jeder versucht zu handeln, wenn ich ein Auto online stelle.

 

Sollten noch weitere Fragen bestehen, meldet Euch. Ich bin gespannt wie Ihr Euch entscheidet und würde mich sehr freuen den Bulli im Museum zu sehen.

 

André *885

 

Preis: 25.000 Euro

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